Tempo Dienst Forum

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 Tempo & Co.

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AbzweigLetter
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BeitragThema: Noch 'n Bild   Di 23 Mai 2017, 10:17

Hallo Leute,

Warum mir dieser Schnappschuss gefällt?


Tempo Wiking (Karpfenmaul 1953-55) an einem Fabrikeingang


Das kann mann sich doch jeder denken, oder? Naja, auch diese Dame ist sicher schon Uroma...

Nein, ich meine natürlich den Tempo-Wiking Pritschenwagen (17 PS, 3/4-Tonner, 1953-1955), der hier gerade in die Werkseinfahrt fährt. Die Werkseinfahrt scheint aus roten Backsteinen gemauert. Man sieht Emailleschilder, die vielleicht auf die Funktion des dortigen Büros hinweisen? Das Foto ist zwar nicht absolut unscharf, aber es reicht nicht, um die Schilder lesen zu können.

Wo dieses Foto entstand, ist mir nicht bekannt.

Gruß

Uwe
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BeitragThema: Noch 'n Bild   Mi 24 Mai 2017, 07:31

Hallo Leute,

Brennpunkte?

Heute war ich wieder einmal am gleichen Foto-Standort wie oben (vor dem Seitenumbruch) in B, allerdings bei weniger Nebel.


Ein Goliath F-Typ mit Tiefpritsche und erhöhten Flachten ist links im Bild

Es ist erstaunlich, was man mit einem scharfen Objektiv erreichen kann. Nun sieht man, dass der Schupo doch einiges zu tun hat.

Der Fotograf hatte offenbar ein Teleobjektiv zur Verfügung. Das Foto wird wohl Ende der 1930er Jahre entstanden sein.

Da fährt gerade ein luftgekühlter Goliath F-Typ der letzten Bauserie (1935-37) aus dem Bild heraus. Diese Fahrzeuge standen im Wettbewerb mit dem Tempo Eilwagen (E-Typ). Dieser hier ist eine Tiefpritsche mit erhöhten seitlichen und hinteren Flachten.

Interessant ist auch der Wagen seitlich oberhalb des Goliaths. Was mag das wohl sein?

Auch die weiße Flunder weiter oben bereitet Kopfzerbrechen.

Gruß

Uwe


Zuletzt von AbzweigLetter am Sa 27 Mai 2017, 04:37 bearbeitet; insgesamt 6-mal bearbeitet
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BeitragThema: Noch 'n Bild   Do 25 Mai 2017, 03:18

Hallo Leute,

Tempo hat die Nase vorn - wenigstens auf diesem Foto.


Gasolin-Tankstelle mit leeren Fahnen-Masten (Werbung), Droschken-Parkplatz, moderne Straßenbeleuchtung und Litfaßsäule (das ist doch eine?)


Gut, dass er so eine spitze Nase hat, der Hanseat, denn sonst hätten wir ihn vielleicht gar nicht bemerkt.

Ein Hanseat wird es wohl sein - kein Boy!
Zumindest die Scheinwerfer sind die großen. Der Boy hatte ja serienmäßig kleinere Scheinwerfer und keine Chromringe. Auch die Dimension des Vorderrades lässt einen Hanseaten erahnen.

Ansonsten sieht man den vielleicht wichtigsten Tempo-Konkurrenten im Hintergrund, den VW T1 als Kombiwagen, hier bereits mit hinterer Stoßstange.
Hinter der vorwitzigen Nase des Hanseaten schiebt sich noch eine solche keines zweizylindrigen DKW F89 hervor, sondern des Dreizylindrigen F91.
Der Volkswagen mit seinen gelben Nebelscheinwerfern ist ja unschwer zu erkennen. Es ist ein Oval-Typ mit dem schwarzen Besatzungskennzeichen, was beweist, dass dieses Foto nur von Herbst 1952 bis 1958 entstanden sein kann.
Dahinter versteckt sich ein Mercedes 170 S, dieser noch mit der kleinen Heckscheibe und außenliegenden Scharnieren.
Ganz links ist ein Weltkugel-Taunus unterwegs, der einen Opel Olympia verfolgt.

Das Haltestellen-Schild hat heute auch Seltenheitswert.

Wir waren hier gerade an der Gasolin-Tankstelle in Itzehoe. Ob es die noch gibt?

Gruß

Uwe


Zuletzt von AbzweigLetter am Mo 29 Mai 2017, 09:41 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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BeitragThema: Noch 'n Bild   Fr 26 Mai 2017, 10:59

Hallo Leute,

Tempo & Co. habe ich unsere kleine Bilderreise genannt.

Tempo & Co.? "Kenne ich nicht!"

Tempo-Konstruktionen wurden später, nach dem Ende des Markennamens, von anderen Herstellern gebaut - sogar im Ausland - als der Name Tempo in Deutschland schon längst eher mit Papiertaschentüchern in Verbindung jgebracht wurde. Eine Sonderstellung nimmt dabei der indische Bajaj-Tempo ein, aber das wisst Ihr ja selbst.

Das ist allerdings eine Interpretation, die ich damit gar nicht beabsichtigte.
Unsere Marke Tempo war von Anfang an einem harten Wettbewerb im Markt ausgesetzt. Konkurrenten verschwanden, entstanden neu und zuletzt siegten die Überlebenden, wenn man es realistisch betrachtet.

Hochaktuell und trotzdem nur ein Randthema ist dieses nächste Foto aus B, das wohl um 1920 enstanden sein muss (moderne Kleidung der Passanten rechts):


Dreirad-Lieferwagen der BEF mit Kastenaufbau, wohl für die Post unterwegs


Hochaktuell, weil es sich bei dem Hauptdarsteller um ein reines Elektroauto handelt.
Randthema, weil das Foto vor der Tempo-Zeit entstand.

Vorn, in erster Reihe, sieht man einen Dreirad-Lieferwagen (Kastenwagen/Kofferwagen). Es ist ein Paketwagen der Post, gebaut von der Berliner Electromobilfabrik BEF.

Diese Fahrzeuge haben einen Elektromotor mit einer Leistung von 3,7 KW (lt. Prospekt), der aufrecht stehend auf dem Lenkzapfen sitzt und das einzelne Vorderrad über Kardanwelle antreibt. Die Geschwindigkeit liegt bei 20-25 km/h und die Reichweite bei 70-80 km. Es wurde auch privaten Abnehmern mit verschiedenen Aufbauten angeboten. Gebaut wurden diese Lieferwagen von 1907 bis 1922.

Das Unternehmen existierte bis 1922 und wurde dann von Elite übernommen.

Die BEF-Elektro-Lieferwagen sollen bei der Post steinalt geworden sein, so dass es sogar sehr wahrscheinlich ist, dass sich Tempo- und BEF-Dreiräder noch im Berliner Straßengewühl begegnet sind.

Weil es mir gut gefällt, das kleine Dreirad-Auto, zeige ich es Euch noch einmal in Farbe:


Den Elektromotor sieht man vorn senkrecht auf der Gabel sitzen - das Kennzeichen trägt er auf dem Dach


BEF-Autos im Straßenverkehr sind ja auch wirklich nicht häufig fotografiert worden, so dass dieses 100 Jahre alte Postkarten-Motiv eine Besonderheit ist.

Gibt es überlebende BEF?

Gruß

Uwe
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BeitragThema: Noch 'n Bild   Sa 27 Mai 2017, 05:15

Hallo Leute,

obwohl ich weiter oben schon von der Front berichten musste, zeige ich Euch eigentlich viel lieber Front-Gesichter!

Hier ein solches Gesicht eines (vermeintlichen) Tempo-Fronts in HH:


Frontansicht eines Front in HH - ein Winterbild, wie man sieht


Dieser Front wurde noch nicht in Harburg, sondern im alten Tempo-Werk in Wandsbek gebaut (es ist aber ein Goliath F-Typ der ersten Bauserie).

Damals hatte Tempo in Wandsbek einen direkten Wettbewerber als Nachbar, das Rollfix-Werk.
Dort fing man auch mit Vorderlader-Konstruktionen an und baute dann später einen frontgetriebenen Hinterlader, den Rollfix Eilwagen.
Auch PKW wurden hergestellt. Ein paar Rollfix haben bis heute überlebt.

Das ist doch ein Tempo Front auf meinem Bild, oder bin ich auf dem Holzweg? (Ja, Holzweg! Es ist ein Goliath F-Typ.

Ein sicheres Erkennungsmerkmal könnte das Pedalgestänge am Boden sein, das ich eigentlich so eher von Goliath kenne. Einen Tempo Front habe ich nicht, so dass ich nicht nachsehen könnte, ob das dort auch so war.

Aber - je mehr ich mir das Bild betrachte, desto mehr mutiert mein Front zu einem Goliath F-Typ der ersten Bauserie.
Der vermeintliche  Kühlergrill könnte nur ein Schatten sein, der bei dem trüben Licht Kühlerschlitze vorgaukelt.
Es fehlen die seitliche Versteifungssicken an der Motorhaube und man erkennt außerdem keine Luftschlitze.
Die Höhe der Haube und die Höhe der Frontscheibe könnten ebenfalls zu Goliath passen.
Außerdem sollte man bei einem Tempo die Kontur des Kettenkastens erkennen können, was aber hier nicht der Fall ist.
Auch die niedrigere Scheinwerferposition sieht eher nach Goliath aus.

Ich glaube mehr und mehr, dass ich doch auf dem Holzweg bin und dass das ein Goliath F-Typ 1932-35 ist.

Was sagen die Tempo-Vorkriegs-Fachleute?

Der Wagen steht irgendwo in der Nähe des Michels, wie man sieht - dort, wo eine eingleisige Straßenbahn fährt.
Es ist wohl eine kleine Tiefpritsche und der Fahrer wird sich freuen, dass er im Winter bereits das feste Fahrerhaus hat.

Beachtenswert sind auch die schönen Gas-Laternen, die dort inzwischen verschwunden sein dürften.

Kennt jemand den Standort des Wagens? Wie heißt die Straße in HH?

Gruß

Uwe


Zuletzt von AbzweigLetter am Fr 07 Jul 2017, 10:27 bearbeitet; insgesamt 3-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Tempo & Co.   Sa 27 Mai 2017, 08:12

Moin Uwe,

Das sieht eher aus wie goliath der Front sieht anders aus mach bei Gelegenheit mal ein Foto davon.

Gruß
Christian

_________________
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-
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-Passat 32B Sammlung (Quantum, Santana etc..)

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BeitragThema: Re: Tempo & Co.   So 28 Mai 2017, 10:12

Hallo Christian, hallo Leute,

ich bin mir jetzt sicher, dass es sich um einen Goliath handelt. Die Perspektive und das trübe Wetter mit dem Schattenschlag haben mich täuschen lassen.

Gut, dass ich meinen Verdacht noch rechtzeitig geäußert habe, sonst hättet Ihr noch gemeint, dass ich meine Brille verlegt hätte... (wieder einmal?)

Gruß und Dank

Uwe


Zuletzt von AbzweigLetter am Di 08 Aug 2017, 12:41 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Noch 'n Bild   So 28 Mai 2017, 10:19

Hallo Leute,

nachdem der Tempo Front von oben sich als Goliath F herausgestellt hat, habe ich heute einen "zweifelsfreien" Tempo Front für Euch.

Dieses Mal kommt Ihr aber auch nicht umhin, auch Eure Brille zu putzen, denn das Bildchen ist leider nicht sehr scharf.



Wer gute Augen hat, der entdeckt hier, in Heiligenhafen, einen Tempo-Front. Der steht ganz hinten links mit der Nase weggerichtet in der Einfahrt.

Ich gebe zu, es sind wieder erschwerte Bedingungen...

Für den Notfall hatten wir ja schon auf der Seite 2, vorletzter Beitrag, einen Tempo Front in Essen vor dem Hbf stehen sehen...

Gruß

Uwe
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BeitragThema: Re: Tempo & Co.   Mo 29 Mai 2017, 08:03

Moin,

noch zwei Anmerkungen zum Gasolin-Tankstellen-Bild:

Bei dem DKW handelt es sich eher um einen F91, da der Kühlergrill 6 "gleichgroße" Zierleisten hat, der F89 dagegen 4 große und 6 kleine.

Trotz Besatzungskennzeichen kann das Bild bis Ende Juni 1958 entstanden sein, da es mit Einführung des neuen Kennzeichensystems am 1.7.1956 eine zweijährige Übergangsfrist gab, bis zu deren Ablauf die alten Kennzeichen noch Gültigkeit hatten. Es wäre auch nicht möglich gewesen, alle Fahrzeuge an einem einzigen Tag umzukennzeichenen...

Gruß
Stephan
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BeitragThema: Re: Tempo & Co.   Mo 29 Mai 2017, 09:38

Hallo Stephan,

danke für die Richtigstellung, ist korrigiert.

Eine Umstellung innerhalb eines halben Jahren (Sommer 1956-Ende 1956) wäre ja tatsächlich auch schon damals eine unlösbare Aufgabe gewesen (sogar heute noch, oder erst recht)...

Das Bild ist schärfer als ich dachte!
Ja, es ist eindeutig bereits der Dreizylinder F91 in Itzehoe.

Ich schaue mal nach, was sich auf meinen zukünftigen Bildern alles so im Hintergrund tummelt. Vielleicht finde ich ja noch einen echten F89.

Gruß

Uwe


Zuletzt von AbzweigLetter am Mo 29 Mai 2017, 13:44 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Noch 'n Bild   Mo 29 Mai 2017, 10:02

Hallo Leute,

nun zeige ich Euch zur endgültigen Beweisführung noch zwei Bilder eines Goliath F200 der ersten Bauserie.

Diese Bilder stehen natürlich noch in Zusammenhang mit dem vermeintlichen Tempo Front, ein paar Beiträge vorher, der sich ja als Goliath F-Typ herausstellte.


Goliath F200, Baujahr 1934 als Werbeträger für eine Gaststätte (Zum Schusterkrug, Barver)


Auf diesem alten Farbfoto aus den 1970er Jahren sieht der Goliath noch ganz gut beieinander aus. Man sieht hier sehr gut das Pedalgestänge, das bei dem F200 unterhalb des Fahrerbodens hinausragt (zum Vergleich mit dem trüben Winterfoto oben).

Der Wagen wurde nach über 40 Jahren Dienst auf diese Weise in den "Ruhestand" geschickt. Er stand bei Wind und Wetter, sommers wie winters vor dem Gasthaus und galt als das Wahrzeichen des Schusterkruges in Barver (Kreis Diepholz) an der B214. Das ist gut so, denn sonst hätte er nicht überlebt, wie ich damals vom Wirt erfahren habe.

Dieser F-Typ besteht bereits komplett aus Blech. Frühere Baujahre hatten noch Stabholz-Flanken oder die Flanken waren aus Sperrholz mit Kunstleder-Überzug.

Auf dem nächsten Foto sieht man sehr schön die seitlichen Luftschlitze unterhalb der Tür.
Der Motor saß bei diesem Auto unterhalb der Sitzbank, quasi im Fahrerhaus. Die eckigen Türausschnitte sind eigentlich typisch für F-Typen dieser ersten Baujahre. Als Goliath den F-Typ 1935 überarbeitete, wurde die Karosserie eleganter gerundet, vor allem das Fahrerhaus. Bei dieser Gelegenheit entfielen dann die seitlichen Kühlluftschlitze und er bekam eine Vorderradbremse.

In diesem Zusammenhang weise ich Euch auf den Goliath F-Typ auf der ersten Seite (4. Bild) hin.
Der hat einen schrägen Türausschnitt an dieser Stelle und keine Luftschlitze.

Ich nehme an, dass es sich bei diesem um einen der letzten F-Typen der ersten Bauserie - allerdings vor dem endgültigen "Facelift" - handelt. Der andere wird also bereits 1935 kurz vor der Modellumstellung gebaut worden sein.

Wieder zurück nach Barver:
Als ich diesen Goliath F200 Anfang der 1980er Jahre entdeckte, sah er dann bereits so aus:


Auch hier sieht man das Pedalgestänge unterhalb des Bodens - Barre-Bräu - mein Herz erfreu...

Es wurde schwungvoll mit Malerpinsel überlackiert und dann mit hübschen Aufklebern verziert. Der Rost war aber später trotzdem an vielen Stellen unübersehbar.
Wenn Gäste nach einem Gelage in sehr guter Laune waren, wurde an dem Wägelchen geruckelt und geschüttelt. Kinder turnten auf ihm heraum und Dichtungen wurden herausgeprokelt. So bekam er auch noch ein paar feste Krücken angepasst - er musste ja damals keinen Meter mehr fahren. Ein wirksamer Schutzzaun sollte vor Übergriffen schützen.

Ich setzte mich mit dem Wirt in Verbindung um das Fahrzeug ggfs. zu übernehmen. Er war jedoch noch sehr zögerlich. Immerhin war das Fahrzeug sein Wahrzeichen - seine Kunden achteten darauf und fanden so am besten zu dem gastlichen Haus. Ich ließ meine Karte da und man wollte mich verständigen, wenn es zu einer Sinneswandlung kommen sollte, aber die ließ noch Jahre auf sich warten.

Eines Tages (irgendwann in der ersten Hälfte der 1980er), als ich wieder einmal an dem Gasthaus vorbei fuhr, stand dort nur noch das einsame Schild. Der Goliath hatte inzwischen einen neuen Besitzer. Ich erfuhr, dass er wohl restauriert worden wäre, habe aber nie wieder etwas von ihm gehört.

Es würde mich wirklich sehr freuen, wäre mein alter Bekannter heute noch irgendwo in guter Verfassung.

Weiß zufällig jemand von Euch, ob dieses Fahrzeug wirklich restauriert wurde und noch existiert?

Gruß

Uwe
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BeitragThema: Noch 'n Bild   Di 30 Mai 2017, 19:14

Hallo Leute,

nun war ich nach längerer Zeit wieder einmal auf Marktplätzen unterwegs und habe dabei ein Bildchen für die modernen Leute unter Euch gefunden:


Dieser hat tatsächlich eine Glocke auf der platten Nase...


Der Hanomag ist für meine Generation ja schon fast ein Neuwagen...

Gruß

Uwe
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BeitragThema: Noch 'n Bild   Mi 31 Mai 2017, 10:31

Hallo Leute,

es ist eigentlich seltsam, dass man meistens Goliath heranzieht, wenn man Tempo's mit Wettbewerbern vergleicht. Immer wird ein Goliath zu Vergleichen gegenübergestellt, dabei gab es wirklich wichtigere Wettbewerber, als ausgerechnet Goliath - zumindest in der Nachkriegszeit.

Goliath war eigentlich nur noch mit den Dreirad-Lieferwagen GD750 und Goli ernsthaft im Nutzfahrzeugmarkt vertreten. Der Vierradwagen GV800 floppte mehr oder weniger und der Express brachte auch mit dem späteren Viertakt-Motor nicht mehr den gewünschten Verkaufserfolg, obwohl er anerkannt ein gutes Fahrzeug war.

Da waren aber in der Nachkriegszeit noch DKW mit dem Schnellaster, Ford mit dem FK1000 bzw. Transit, Gutbrot mit dem Atlas, kleinere Marken - und - vor allem VW mit seinem Transporter angetreten, um die Welt mit Lieferwagen zu versorgen.

Barkas aus der DDR und ausländische Lieferwagen in dieser Klasse spielten eine untergeordnete Rolle in der frühen BRD.


Leider war gerade Feierabend, sonst hätten wir noch mehr interessante Lieferwagen entdeckt.


Nun war ich mal zur Abwechsung in DA auf dem Markt und habe dort diese interessanten Fahrzeuge gefunden. Hier sieht man gleich drei der hauptsächlichen Tempo-Wettbewerber auf einen Blick.

Da finden sich links der geräumige DKW Schnellaster 3=6, rechts der Ford FK1000 Transit und der VW Kombi hat sich in den Vordergrund geschoben.

Der DKW stellt hier aus heutiger Sicht den modernsten Transporter dar.
Er ist eigentlich auch kein echter Frontlenker, sondern ein Kurzhauber, wie es die meisten heutigen Kleintransporter inzwischen sind. Der DKW hat Frontantrieb und einen querliegenden Motor vor der Vorderachse. Allerdings - er ist ein Zweitakter. Auf diesem Bild wird es wohl schon der 3=6 sein, mit dem Dreizylinder und 32 PS unterwegs.

Einige Quellen berichten davon, dass er zuletzt auch mit einem 40 PS Dreizylinder geliefert wurde, wie er im Auto Union (DKW) 1000 und im Munga Verwendung fand.

Der DKW wurde in Spanien bei Imosa in Lizenz noch sehr lange gefertigt, weiterentwickelt und in Deutchland als DKW 1000 L angeboten.

Imosa wurde ebenfalls von Mercedes Benz übernommen und dieser Ex-DKW stellte (natürlich als Viertakter) zuletzt eine Konkurrenz zu den Bremer Lieferwagen im eigenen Hause dar. Jeder von Euch wird den MB N1000/N1300 kennen, der im Mevosa-Werk in Spanien gefertigt wurde. Daraus entstand der MB100 - noch immer eine Weiterentwicklung des DKW's, der noch bis 1998 gebaut wurde. Nachfolger war dann der Vito.

Es ist hier wenig bekannt, dass der MB Vito auf den DKW Schnellaster zurückgeht, wenn man ein Auge zudrückt. Der Vito wird noch immer in Spanien im alten Mevosa-Werk (ehemals Imosa) gebaut, wobei ich nicht weiß, wieviel (oder ob überhaupt) DKW-Gene noch in ihm stecken.

Ich darf nicht zu erwähnen vergessen, dass auch der moderne DDR-Barkas 1000 mit dem DKW-Schnellaster verwandt ist. Dieser stammt ja aus der Rasmussen-Framo-Schiene und geht auf den Framo V501 zurück. Die Motoren hätte man sogar tauschen können.

Jetzt auch noch mit dem verwandten Manderbach anzufangen, würde etwas zu weit führen. Das machen wir später mal.

Gruß

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BeitragThema: Noch 'n Bild   Do 01 Jun 2017, 16:12

Hallo Leute,

heute sind wir wieder einmal in B.

Da konnte ich gar nicht so schnell schauen, wie ich eigentlich wollte...

Dabei ist dieses Augenprüfer-Bild herausgekommen:



Es ist ein Tempo Eilwagen mit oberhalb der hinteren Kotflügel verbreiterter Tiefpritsche.

Leider ist das Bild nicht besser, schade.

Gruß

Uwe
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BeitragThema: Noch 'n Bild   Fr 02 Jun 2017, 09:29

Hallo Leute,

das hochaktuelle Thema Elektro-Lieferwagen hatten wir bereits mit dem BEF-Dreirad weiter oben.

In B habe ich noch dieses Unikum entdeckt. Ich dachte erst, dass es der Kleine Hanomag Lieferwagen wäre, aber es ist ein Elektro-AEG, gebaut in Berlin.


Kann jemand an dem Kennzeichen ablesen, woher das Fahrzeug kommt und aus welcher Zeit das Bild stammt?


Zeittypisch ist auch die junge Dame, die mit ihrem eigenen kleinen Lieferwagen unterwegs ist. Es war auch noch in den frühen 1960er Jahren nichts Außergewöhnliches, wenn Erwachsene einen Leiterwagen (Bollerwagen) mit sich führten. Heute sind diese Dinger an den deutschen Küsten und auf den Nordseeinseln noch immer häufig gesehen.

Dieser AEG-Elektro-Lieferwagen ist in den frühen Nachkriegsjahren in B unterwegs.

Viele dieser AEG liefen für die Post.
Dieser hier scheint aber einem privaten Unternehmer zu gehören - nach Post sieht das nicht aus. Außerdem weicht der Aufbau von den mir bekannten typischen Post-Pritschen mit Spriegel und Plane ab (so einen zeige ich noch später).

In den frühen 1980er Jahren habe ich mal eine dicke, sehr schöne Chronik der AEG aus den 1930er Jahren besessen, in Leinen gebunden. Leider war die aber in so schlechtem Zustand, dass ich sie per Anzeige im Elefanten alias Historischer Kraftverkehr verkauft habe. Ich wollte sie mir in besserer Verfassung erneut beschaffen. Bis heute habe ich dieses Buch aber nicht wieder in den Händen gehalten...

In dieser AEG-Chronik stand auch etwas über diesen AEG-Lieferwagen. Leider weiß ich gar nichts über dieses Fahrzeug, das aber den Eindruck macht, als würde es im Tempo-Segment mitmischen.

Ich habe den AEG auch noch auf einem weiteren Foto entdeckt, das ich Euch aber erst später zeige. Auch der Kleine Hanomag wird noch kommen.

Gruß

Uwe


Zuletzt von AbzweigLetter am Sa 03 Jun 2017, 14:25 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Noch 'n Bild   Sa 03 Jun 2017, 08:27

Hallo Leute,

Ei, väbischt! Nü sinnwir in Dräsdn!


Wartburg, Trabi, Tempo, Zweirad (?), Nüscht, Trabi, Käfer, Opel, Wartburg, Moskwitsch, Wartburg, Nüscht, Zweirad (?), Elbterrassen-Parkplatz und zwei sommerliche Damen


Ja, wir kommen viel herum, wie Ihr seht, aber wir sind wieder an der Elbe.

Auf dieser Fotografie aus den 1960er Jahren steht ein schöner A400 (ich halte ihn für einen 400er) neben diversen DDR-Autos. Der Dachgepäckträger auf dem Kastenwagen ist doch irgendwie interessant, oder?

Herausstechen tut da auch der 1959-63er Opel Kapitän, der offenbar auch schon bessere Zeiten erlebt hat. Oder war das Kieselgrau gerade aus?

Gruß

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BeitragThema: Noch 'n Bild   So 04 Jun 2017, 08:53

Hallo Leute,

Brennpunkte! Zurück nach B, an die Spree!

Stimmt irgend was nicht mit dieser Cyklonette?

Die beiden Herrn, die sich da gerade vor der komplizierten Technik einer einzylindrigen Cyklonette verbeugen, sind entweder ganz interessiert, oder an dem Ding stimmt gerade irgend etwas nicht.

Der vordere Herr hat eine Mütze auf, die zu einem Dienstmann gehören könnte - vielleicht der Lieferwagen-Fahrer? Hat der etwa gerade frische Zigarren an das Tabak-Geschäft dort ausgeliefert?


Dieses Foto ist nicht sehr scharf, da es koloriert wurde. Die Original-Aufnahme ist SW. Es ist eine Lithographie (Steindruck)
.

Cyklonetten (Berlin) und Phänomobile (Zittau) können als die Vorläufer der modernen Dreiräder von Framo, Goliath und Tempo gelten. Die Konstruktionen zeigen viele Ähnlichkeiten zum späteren DGW/DKW/Framo TV, auch der Rahmen.

Cyklonetten wurden in Berlin bei der Cyklon-Maschinenfabrik gebaut. Es gab sie als Lieferwagen mit verschiedenen Aufbauten und auch als PKW zu kaufen. Somit ist sie auch ein frühes Cycle-Car (Leichtbau-Automobil).

Die ersten Cyklonetten haben einen Einzylinder-Viertakt-Motor, der luftgekühlt über dem Vorderrad tront. Gelenkt wird mit einer Stange. Der Antrieb erfolgte mit Riemen auf das Vorderrad. Inzuge der Weiterentwicklung baute man später Antriebsketten ein. Außerdem wurde dann auch ein stärkerer Zweizylinder-Viertakter geliefert.

Steckbrief:
Cyklon-Maschinenfabrik, Berlin
1-Zylinder-Viertakter, 450 ccm, 3,5 PS (bis 1914)
2-Zylinder-Viertakter, 750-1290 ccm, bis zu 10 PS (bis 1923)
1902-1923

Cyklonetten galten als solide und langlebig. Sie waren auch in den 30er Jahren noch im Straßenverkehr zu sehen.

Im Ufa-Film "Die Drei von der Tankstelle" (1930) fährt Heinz Rühmann eine einzylindrige Lieferwagen-Cyklonette als Dienstwagen der Tankstelle.

Einige Cyklonetten haben die Zeiten überdauert und befinden sich in Museen oder in der Hand von Sammlern.

Frohe Pfingsten!

Uwe


Zuletzt von AbzweigLetter am Mo 05 Jun 2017, 13:03 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Noch 'n Bild   Mo 05 Jun 2017, 12:04

Hallo Leute,

heute treibt es mich nach Bayern...

Halt! Nun bekomme ich gleich großen Ärger mit den fränkischen Tempo-Freunden! Ich bin natürlich in Unterfranken, nicht in Bayern. Es geht nach SW.

Dort begegnete mir in der Nähe des Aldi's diese Matador-Doppelkabine:


Vor dem Netto fährt ein Hanomag KGM - die Matador Doppelkabine steht im Schatten

Oder ist das gar  NP oder ein Lidl? Ich kann es nun nicht mehr feststellen, außerdem ist heute Feiertag - da wäre geschlossen.

Wenn ich mal wieder dort bin, schaue ich nach ob es ein Plus ist oder ein Rewe.

Frohes Pfingstfest!

Uwe
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BeitragThema: Noch 'n Bild   Di 06 Jun 2017, 09:25

Hallo Leute,

Brennpunkte! Zurück nach B!

Uns verschlägts heute wieder einmal nach B, in die Zeit vor dem 1. WK.

Oben haben wir ja gesehen, dass auch damals schon recht interessante Lieferdreiräder auf den Straßen unterwegs waren - neben Gespannen und unter der Eisenbahn.

Auf der Brücke stehen G-Wagen (gedeckte Güterwagen) der Verbandsbauart, wie ich sie noch bis in die 70er Jahre im Einsatz erlebt habe - mit und ohne Bremserhaus.

Interessant ist, dass ich von der selben Zigarren-Cyklonette wie oben noch dieses weitere Foto habe:


Bis auf die Cyklonette und die Busse scheint nichts Motorisiertes auf den Straßen zu sein...


Erstaunlich, wieviel sich schon damals so alles auf den Straßen in B tummelte!

Die beiden Bastler, die oben noch so interessiert an der Cyklonette herumschrauben, sind verschwunden.


...und hier nochmals koloriert...


War das nun doch ein größerer Schaden? Denn die Cyklonette steht noch immer, gegen die Fahrtrichtung geparkt (durfte man das damals?), vor dem Zigarrengeschäft.

Gruß

Uwe


Zuletzt von AbzweigLetter am Fr 07 Jul 2017, 10:29 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Noch 'n Bild   Mi 07 Jun 2017, 09:23

Hallo Leute,

da habe ich mal wieder ein Bild für Leute, die gern Bilderrätsel lösen.

Wir befinden uns heute im hohen Norden der Lüneburger Heide, im Landkreis Harburg, genau genommen in WL.

Aber, wo ist hier der Tempo?



Wer schaut, der entdeckt VW Ovali-Käfer und Opel Olympia Rekord.

Wer genau schaut, der entdeckt VW Ovali-Käfer, Opel Olympia Rekord  und vor dem rechten Ovali ein Tempo-Runddach-Dreirad.

Hinter der Radfahrerin steht ein mir unbekannter Pritschenwagen in der Tempo-Klasse, aber kein Tempo.
Kann jemand erkennen, um was es sich bei diesem unbekannten Lieferwagen links handelt?
Könnte das evtl. ein Behelfslieferwagen sein?
Ich denke z. B. an einen umgebauten Ford Eifel o. ä. (?)...

Es wird doch nicht etwa schon wieder ein Manderbach sein? Oder eher ein Framo V501?

Gruß

Uwe


Zuletzt von AbzweigLetter am Sa 10 Jun 2017, 10:09 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Noch 'n Bild   Do 08 Jun 2017, 10:52

Hallo Leute,

heute war ich in meiner Heimatstadt unterwegs und habe dieses hier gefunden:


Opel 6 als Behelfslieferwagen mit aufgesetzter Pritsche - oder DKW?


Da haben wir einen echten Behelfslieferwagen im Bild. Das Foto entstand im H der frühen 1950er Jahre - direkt im Zentrum der Stadt.

Ich halte das Auto für ein Opel 6 Hebmüller-Cabrio mit aufgesetzter Behelfspritsche (abnehmbar). Die originalen Scheinwerfer waren wohl kaputt und wurden durch Einheitsscheinwerfer ersetzt, wie sie auch Tempo und Goliath an den Dreirädern verwendete. Der DKW F7 ist ebenfalls möglich, kommt diesem sogar näher. Sehr schwierig aus dieser Perspektive...

Lieferwagen waren in den frühen Nachkriegsjahren Mangelware. Viele zerschossene, geschundene Fahrzeuge warteten auf den Hochofen, oder auf einen Retter, der eine "Restauration" oder einen Umbau durchführte.

Es entstanden überall kleine Handwerksbetriebe, die aus den noch brauchbaren Resten wieder etwas Sinnvolles machten. Behelfslieferwagen fanden gern Abnehmer und halfen den Tempo-Dreirädern beim Wiederaufbau.

Es gab schon 1945 sogar serienmäßige Behelfslieferwagen, so wie sie z. B. von Mercedes-Benz auf 170er Fahrgestell gebaut wurden.

Gruß

Uwe


Zuletzt von AbzweigLetter am Fr 09 Jun 2017, 05:25 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Tempo & Co.   Fr 09 Jun 2017, 00:30

Moin Uwe,

ja, immer diese Radfahrer... was hälst Du von einem Mercedes L1500S hinter der Radfahrerin? Manderbach ist allerdings auch ein heißer Tip.

Was den Opel 6 Hebmüller anbelangt, ich weiß nicht, ich würde eher auf DKW Front F4-F8 tippen.

In jedem Fall aber ein sehr ungewöhnliches und seltenes Motiv, so ein Behelfslieferwagen auf Cabrio-Basis.
Sollte es wirklich ein DKW sein - davon gibt es ja noch reichlich - wer traut sich und baut so etwas nach?! Ist in der üblichen "Oldtimerscene" bestimmt verpönt, aber der Trend geht - zumindest für mich - eh weg vom "Oldtimertreffen" und hin zur Themenveranstaltung!

Gruß
Stephan
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BeitragThema: Tempo & Co.   Fr 09 Jun 2017, 04:38

Hallo Stephan,

MB L1500 halte ich aufgrund der Größe für ausgeschlossen. Die waren ja schon eher von den Ausmaßen in Richtung Opel Blitz oder Hanomag L28. Je mehr ich schaue, desto mehr könnte tatsächlich Manderbach, oder vielleicht auch eher ein Vorkriegs-Framo V501 passen. Die waren ja nicht größer als ein Tempo-Dreirad.

DKW F7 hatte ich auch auf dem Plan. Türen hinten angeschlagen, schräge Tür zur Spritzwand - könnte stimmen. Aber die vorderen Kotflügel? Außerdem deuten die beiden Zierleisten hinten an den Schutzblechen eher auf Opel hin. Vergleich mal den Hebmüller-6 mit dem Foto. Das kommt auch ganz gut hin - bis auf die fehlenden Opel-Lampen. Allerdings hätte der außenliegendes Faltgestänge am Cabrio-Dach, das etwas eleganter wirkt. Ich dachte an diesen Typ (klick), das 9. und 10. Bild von oben. Der ist aber wohl wirklich etwas eleganter...

Ich habe noch zweifelsfreie Opel 6 als Behelfslieferwagen. Die kommen noch bei Gelegenheit.

DKW will ich nicht ausschließen. Ich habe hier ein DKW-Zweisitzer-Coupé (klick), das auch sehr gut passt, bis auf das Dach. Außerdem kann man Zierleisten überall auch nachträglich anbringen. Die waren ja mal sehr modern, sogar über Wohnzimmer-Tapeten...

Mit DKW wirst Du vermutlich richtig liegen.

Gruß

Uwe


Zuletzt von AbzweigLetter am Do 15 Jun 2017, 21:12 bearbeitet; insgesamt 11-mal bearbeitet
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BeitragThema: Noch 'n Bild   Fr 09 Jun 2017, 04:39

Hallo Leute,

geschunden, zerschossen, zerstört - auch das war ein Erbe der 1000 Jahre Wahnsinn.

Hier ist mal wieder ein solches Foto eines einstmals stolzen Tempo-Wagens:


Ob der wohl auch noch einen mutigen "Restaurator" gefunden hat?


Hast Du keinen Tempo-Wagen, wird die Konkurrenz dich schlagen! Wie wahr...

Gruß

Uwe


Zuletzt von AbzweigLetter am Sa 10 Jun 2017, 10:07 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Noch 'n Bild   Fr 09 Jun 2017, 04:59

Hallo Leute,

nachdem das Original einer "Blauen Mauritius" im Internet (klick) herumgeistert und dort angeboten wird, habe ich heute (10.06.2017) in WHV dieses alte Foto gefunden:


Manderbach-Condor - eine eigenwillige Framo-Lizenzproduktion - mit Milchkannen auf der Ladefläche


Manderbach mit DKW steht auch auf diesem Fahrzeug seitlich an dem Schnabel.

Das Dach über der Pritsche gehört zu einem anderen Fahrzeug, das hinter dem Dreirad parkt.

Das vorn an der Haube angebrachte Nummernschild entschärft (optisch) etwas den Reißhaken des Raubvogel-Schnabels.
Schöner wäre m. E. ein Nummernschild auf dem Dach gewesen, da der Raubvogel-Haken so bestens hervorgehoben würde (siehe Werksfoto).

Interessante Radkappen hat dieser Manderbach und eine Zierleiste. Da das Fahrzeug auf dem Foto ziemlich neu wirkt, wird wohl beides original sein.

Manderbach wurden in Wissenbach hergestellt, im Lahn-Dill-Kreis. Louis Manderbach hat seine Fahrzeuge nach Framo-Lizenz hergestellt, deshalb die große Ähnlichkeit zu den Framo LTH/LTP-Fahrzeugen.

Anders, als in der aktuellen Literatur behauptet wird, handelt es sich jedoch nicht um einen sklavischen Nachbau. Derjenige, der Augen zum Sehen hat und sich ein klein wenig auskennt, wird dies deutlich erkennen.

Aus diesem Werksfoto, das ich schon mehrmals gezeigt habe (DAB-Manderbach) geht hervor, dass er zumindest eine andere Hinterachse als Framo hat. Framo hat eine im Gesenk geschmiedete, zweimal gekröpfte Starrachse mit I-Profil, die an zwei längsliegenden Blattfedern aufgehängt ist.


Man achte auf die Hinterachse... (Bild mit Zitat aus "Mit Tempo durch die Zeit" von Matthias Pfannmüller)

Auf diesem Foto unterscheidet sich die Hinterachse jedoch deutlich von der eines Framo's. Es macht sogar den Eindruck, als ob man bei Manderbach querliegende Blattfedern verwendete und keine Starrachse. Interessant ist, dass die Achse (das, was man davon sieht) so aussieht, wie die eines Ostner O.D. Rex 3. Auch an eine DKW-Schwebeachse lässt sich denken.

Natürlich kann man nicht ausschließen, dass es Baujahrsunterschiede auch bei Manderbach gibt, zumal Manderbach seine Raubvögel noch baute, als es bei Framo längst die flache Flunder LTG gab und man danach die Dreiradproduktion einstellen musste.
Der aktuell (im Netz klick) feilgebotene Condor ist Erstzulassung 1941 (Schell-Plan!).

Die Manderbach-Kabine sieht völlig anders aus, als die eines Framo's - egal, ob LTH oder des moderneren Nachfolgers LTP.
Die Condor-Kabine ist moderner als die des LTH's, aber strenger in der Linienführung als die des Framo LTP's. Die Frontscheibe hat eine andere Neigung und ist flacher. Die Hakennase wirkt durch die flache Scheibe noch etwas extremer, als bei Framo.
Außerdem scheint die Spitze der Haube - der "Reißhaken" - noch etwas stärker hervorgehoben. In Verbindung mit der Linienführung des Daches über der Frontscheibe entsteht tatsächlich der Eindruck eines Raubvogels.

Framo änderte die Haube jedoch mehrmals, so dass das nicht maßgeblich ist.
Ab dem Typ LTP wurden bei Framo Längssicken seitlich gestanzt. Bei Manderbach blieb man bei den vertikalen, leicht geneigten Luftschlitzen. Lt. Framo-Ersatzteilliste gab es auch Übergangs-Versionen der Haube vom Typ LT auf den LTH. Der LT hatte eigentlich gar keine Haube, was aber lt. Ersatzteilliste etwas anders aussieht. Dort ist von einer Übergangshaube die Rede, die tatsächlich auch etwas anders geformt ist.

Framo's zeige ich Euch auch noch ein paar. Bis vor einigen Jahren hatte ich selbst einen Framo LTH, Bj. 1934, der jetzt bei Brünnel (klick) in Arbeit ist.

Herr Brünnel hat mir Fotos geschickt. Der LTH sieht schon wieder sehr gut aus...

Sicher kann ich Euch bald mal ein Bild zeigen.

Gruß

Uwe


Zuletzt von AbzweigLetter am Mi 25 Okt 2017, 16:37 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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